Louisiana Red
The Genius of Blues
Geboren wurde er als Iverson Minter in Alabama. Seine Mutter starb eine Woche nach seiner Geburt, sein Vater wurde vom Klu Klux Klan ermordet, als Red neun Jahre alt war.
Drei Jahre lebte er in Waisenhäusern, dann bei seiner Großmutter in Pennsylvania.
Er traf auf Muddy Waters.
Diese Begegnung ging ihm nicht mehr aus dem Kopf, er wollte Musiker werden, koste es,was es wolle.
So begann er Gitarre zu lernen und spielte auf den Straßen Pennsylvanias, aber als Straßenmusiker konnte er nicht sein tägliches Brot verdienen.
So schloß er sich - um zu überleben - einer Jugendbande an. Bei einem Einbruch wurde er verhaftet und zu Zwangsarbeit verurteilt.
Es folgte eine Zeit als Fallschirmjäger bei der US-Army in Korea.
Er zog jahrelang quer durch die USA, arbeitete im Stahlwerk, bei der Eisenbahn, auf Baumwoll-
feldern und machte Musik. Zunächst weiterhin auf der Straße, dann in Clubs.
Erste Plattenaufnahmen entstanden unter Pseudonymen wie Rocky Fuller, Crying Red oder Playboy Fuller. Dann spielte er mit vielen Großen des Blues: John Lee Hooker, Muddy Waters, Jimmy Reed, James Brown, B.B. King.
Ob ihm der Schuß indianisches Blut oder sein soziales Engagement den Spitz-
namen „Red“ einbrachte, ist nicht mehr auszumachen. Jedenfalls war er in den sechziger Jahren in der Black Muslim Bewegung engagiert und entging nur knapp einem Anschlag.
Bald darauf starb seine Frau - Red zog sich vollkommen zurück und wollte nie mehr Musik machen.
Erst zwei Jahre später brachten ihn seine Freunde zurück zum Blues.
Wieder war er auf großen Tourneen und Festivals zu hören, u.a. mit Albert King, Rory Gallagher, Eric Burdon, Johnny Winter.
Auch in Europa wurde Red zunehmend bekannter, nicht zuletzt durch das Montreux Festival, die American Folk Blues Festivals und sein Engagement für den Frieden und die Anti-Atom-Bewegung.
Er wurde für den Film Comeback neben Eric Burdon verpflichtet.
Als best traditional male blues artist erhielt er 1983 den W.C. Handy Award,
1984 spielte er, auf persönliche Einladung des Blues Giganten, als special guest neben B.B. King beim Montreux Festival.
Im Frühjahr 1990 folgte als ein weiterer Höhepunkt seiner Karriere eine dreiwöchige Australien-Tournee.
Inzwischen wohnt er in Europa und ist zum elder statesman der europäischen Blues-Szene geworden. Kaum eine europäische Bluesband, die noch nicht mit ihm zusammengespielt hat.
Kaum ein europäischer Bluesmusiker, der nicht von Red in direkter und indirekter Weise beeinflusst wurde. Kein europäisches Land, in dem Red noch nicht gespielt hat.
Im Frühjahr 1994 wurde ein lang gehegter Traum wahr für Red: eine Tournee durch die USA.
Pro Jahr spielt Louisiana Red inzwischen fast 200 Konzerte und mit seiner einzigartigen Persönlichkeit wird jedes Konzert ein bewegendes Erlebnis.
Musik, die aus der Seele kommt.